BERRASPEKTIVEN

Michael Berra

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Ps: Ich pastorisiere www.o2-online.ch

Web2.0: Die Kirche mitten in der virtuellen Stadt


Der Mensch ist für Gemeinschaft designt, für Interaktion, für Dialog. Eines der grössten Kommunikationstools, das wir kennen – das Internet – passt sich an diese Tatsache an. Millionen von Menschen nutzen die neuen Möglichkeiten.
Gerade jetzt ändert sich enorm viel im Bereich Web und wie Menschen damit umgehen! Stellen wir uns das Web als Stadt vor…

Im Zentrum: der Mensch

Wir Menschen sind eine grosse Gemeinschaft und leben in einem globalen Dorf, einer Stadt. Wie wir im „realen Leben“ kommunizieren, das können wir heute immer reibungsloser auch online tun. Das Web ist nur ein Werkzeug, ein Tool, das diese Interaktion ermöglicht. Es geht um Gemeinschaft, es geht um Austausch zwischen Menschen. Das Social Web ist nicht neu – die Technologien (Browser & Webplattformen) sind nun einfach endlich soweit, dass das, was wir schon längst „offline“ kennen, online möglich ist.

Eine lebendige Stadt pulsiert

Die Online-Stadt ist ein spannender, inspirierender Ort. Wo sie vor 5 Jahren von Marketingsprüchen bestimmt war, findet heute zusätzlich echter Dialog statt. Teilen von Informationen ist einfach, Marketing verliert glücklicherweise seine Dominanz. Durch Empfehlungen und Bewertungen haben normale Menschen Stimmen, die viel mehr zählen als Plakatwerbung. Das Web ist ein freundlicher Ort geworden.

Nicht mehr nur Schaufenster

Websites, die nur informieren sind nur noch ein kleiner Teil der Online-Welt. Sie sind die Schaufenster, die wir sehen, wenn wir durch die Stadt gehen. Oder sie sind verstaubte Infokästen mit violetten Papierblumen vor Kirchen. Nicht sehr wirkungsvoll in der pulsierenden Stadt… Wo früher das Web nur aus solchen Schaufenstern bestanden hat, sind jetzt Cafés, Lounges, Veranstaltungen, Themen-Clubs und Leben in den Strassen dazu gekommen.

Inkarnation – Gott mitten in der Stadt

Wer Gemeinschaft bieten will, kann sich nicht mit violetten Blumen im Infokasten zufrieden geben. Die Frage ist: will eine Kirche wirklich Teil dieses Stadtlebens werden (wie sich Jesus mitten ins Zeug gelegt hat) oder hofft die Kirche irgendwie, dass einige durch die violette Blume ins eigene Haus finden?

Konkret heisst das: wer an Gemeinschaft interessiert ist, begibt sich hin zu den Leuten – in welchem Haus auch immer sie sich befinden. Man begibt sich in die Cafés (Twitter oder Blogdiskussionen), in die Clubs (Facebook Fansites, Online Communities), in Fachgruppen (Google+, Xing) und wird gemeinsam kreativ in den Ateliers der Stadt (YouTube, Flickr). Der Fokus verschiebt sich vom Schaufensterdenken (“kommt zu uns”) zum Jesus-Denken (“gehen wir hin”). Und das ist sehr gut so.

Eine starre Kirchenwebseite hat so viel Bedeutung wie ein Öffnungszeiten-Schild (immerhin). Öffnen wir Türen (z.B. mit interaktiven Möglichkeiten) aber gehen wir auch hin zu den Leuten – und geniessen den Rummel in der Online-Stadt. Ich hoffe, ich sehe den einen oder anderen mal an einer #Twitterbier-Veranstaltung.

Sam Steiner arbeitete 10 Jahre in Web-Agenturen als Web- und Software-Entwickler, hat verschiedene Online-Community-Websites aufgebaut, an mehreren Kirchen-Websiteprojekten mitgewirkt und hilft mit seiner Social Web Agentur “alike” Firmen und Organisationen sich zurecht zu finden in der freundlichen, neuen Stadt, von der er begeistert ist.


Dieser Artikel ist ursprünglich auf dem Webportal für Jugendarbeit erschienen…Um alle Texte zu sehen, besuche die Webseite der Jugendarbeit young-people.ch

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